Reparaturberichte digitalisieren und Mitarbeiter entlasten

Julia Grobe

Expertin Industrie 4.0

28.06.2019 | 4 min

Die Digitalisierung nimmt den Menschen ihre Arbeitsplätze – Schlagzeilen wie diese erscheinen immer wieder in der Medienlandschaft und sind gern diskutierte Thesen in den einschlägigen Polit-Talk-Formaten. Dass die Digitalisierung den Menschen die Arbeit erleichtern kann, ist dabei meist keine mögliche Option. Dabei liegen genau zwei Dinge auf der Hand: Erstens, eine komplexe Maschine oder Anlage, die aus vielen Einzelteilen zusammengebaut wurde und mehrere Technologien in sich vereint, wird so schnell nicht von einem Roboter repariert werden können. Zweitens, den anschließenden Reparaturbericht zu schreiben ist für den Monteur ein enormer Aufwand, für den er eigentlich keine Zeit hat. Genau hier setzt die Digitalisierung der Industrie an, die den Menschen im Mittelpunkt des Geschehens und als deren zentrale Figur betrachtet.

Reparaturberichte sind wichtig zur Erfüllung Ihrer Nachweispflicht

Wird eine ausgebildete Fachkraft zur Reparatur einer Maschine oder Anlage gerufen, werden vor allem ihre Erfahrung und ihr fachliches Know-how gebraucht. Warum tritt ein Fehler auf und wo ist die Ursache zu suchen? Genau das weiß der Monteur, stellt zielführende Überlegungen an und findet die richtige Lösung. Neben dem primären Ziel, dass die Maschine so schnell wie möglich wieder ans Laufen kommt, um Produktionsausfälle gering zu halten, spielen aber auch sekundäre wirtschaftliche Aspekte eine Rolle. Hier geht es um Gewährleistungen, Garantiefälle und die Dokumentation des Maschinenlebens. Ähnlich wie in unserer Patientenakte beim Arzt, werden auch im Begleitbuch der Maschine alle Unregelmäßigkeiten notiert, die in ihrem „Leben“ passieren.

Digitale Reparaturberichte erleichtern die Arbeit

Ein digitaler Reparaturbericht bietet dem Monteur hier eine enorme Arbeitserleichterung. Auf seinem mobilen Endgerät, einem Smartphone oder einem Tablet, kann er all seine Arbeitsschritte während der Reparatur dokumentieren und sogar Fotos oder Videos hinzufügen – etwa, um einen Fehler und dessen Behebung für andere Reparaturfälle zu erklären. Ebenso kann er spielend leicht vermerken, welche Ersatzteile benötigt wurden, was ausgetauscht und was gegebenenfalls nur repariert wurde. Es entsteht ganz automatisch ein wertvoller Wissensspeicher mit vielen Tipps und Tricks. Durch die Integration des Reparaturprotokolls direkt in den Reparaturprozess per mobilem Endgerät reduziert sich automatisch die Zeit für das Schreiben eines Reparaturprotokolls auf Papier. Ein weiterer Vorteil des digitalen gegenüber dem Papierprotokoll: es ist in jedem Fall leserlicher und klarer zu verstehen, denn nicht benötigte Parameter können einfach ausgelassen werden.

Viele Vorteile und weniger Papier

So lässt sich jedes Protokoll individuell auf die reparierte Maschine zuschneiden und ist damit viel aussagekräftiger als beispielsweise ein Vordruck-Papierprotokoll auf dem Besonderheiten keinen Platz finden. Das fertige digitale Reparaturprotokoll kann dann sowohl in die digitale Assistenzsoftware des Maschinenbauers bzw. Servicedienstleisters sowie in das System des Maschinenbetreibers eingespeichert werden. Damit haben alle involvierten Abteilungen später Zugriff auf das Dokument, z. B. wenn es um Garantieansprüche oder Maschinendokumentation geht. Ebenso kann das Protokoll für spätere Wartungsarbeiten an derselben Maschine oder Reparaturen an ähnlichen Maschinen als Arbeitshilfe herangezogen werden. Das digitale Reparaturprotokoll ist nur einer von vielen Beweisen dafür, dass die digitale Transformation von industriellen Produktionen vor allem die Entlastung der Mitarbeiter und nicht ihre Arbeitsplatzsubstitution beinhaltet.

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